Ikigai – Finde Dein Warum

Ikigai - Was lässt Dich morgens aufstehen

Das Jahresende kommt immer näher auf uns zu. Für viele zwar zum einen eine stressige Zeit, zum anderen aber auch eine Zeit, in der man eher mal innehält und reflektiert. Persönlich versuche auch ich rund um den Jahreswechsel das vergangene Jahr für mich zu reflektieren und mir Gedanken über das kommende Jahr zu machen. Ein wichtiger Punkt für mich ist hierbei auch das Überprüfen, ob sich mein Ikigai verändert hat und ob es entsprechend Sinn machen würde, größere Veränderungen in meinem Leben anzugehen. Vermutlich werden viele von Euch sich jetzt wundern, was denn dieses Ikigai sein soll und was das eigentlich mit Gesundheit zu tun hat. In meinen Augen ist es einer der größten Fehler für langanhaltende Gesundheit, sich seines Ikigais nicht bewusst zu sein und diesem nicht nachzueifern. Da dies der letzte Blogbeitrag bzw. auch Podcast für dieses Jahr wird, habe ich mir gedacht, nach all den Krankheitsthemen der letzten Zeit, widmen wir uns zum Abschluss nochmal einem deutlich positiveren Thema. Angestupst hat mich hierbei Sergey in seinem neuen Podcast, als er mir die Frage stellte: „Was meinst Du, sollten alle, die jetzt diesen Podcast hören ändern, um 100 Jahre alt zu werden und gesund und vital und fit 100 Jahre alt werden?“ Was ist das Ikigai? Bevor wir über irgendetwas reden, sollten wir wie immer erstmal klären, worum es geht und was mit diesem Begriff gemeint ist. Den Begriff habe ich das erste Mal in der Netflix Dokumentationsserie „Wie wird man 100 Jahre alt? – Die Geheimnisse der Blauen Zonen“(2023) von Dan Buettner (1) gehört. Die Serie baut auf seinen Untersuchungen der sogenannten Blauen Zonen auf, die er bereits zuvor in Büchern veröffentlicht hat. Das Konzept des Ikigai wird im Teil über Okinawa (Japan) genauer erläutert und kann mit „das, wofür es sich zu leben lohnt“ oder „die Freude und das Lebensziel“ übersetzt werden (2). Laut Wikipedia gibt es 2 Richtungen, in die der Begriff gedeutet werden kann: Dinge, Aktivitäten, Lebensumstände …, die das Leben lebenswert machen (ikigai taishō) Das, was man auch als „Sinn des eigenen Lebens“ umschreiben kann, der einen beflügelt und antreibt (Ikigai kan) Beide Richtungen sind wichtig und ich glaube auch, dass die eine ohne die andere nicht existieren kann. Nichtsdestotrotz wollen wir uns heute eher der 2. Richtung widmen, denn ich denke, dass dieser für ein gesundes und erfülltes, langes Leben wichtiger ist. Exkurs: Was sind Blue Zones? Als Blue Zones (Blaue Zonen) werden Regionen auf der Welt bezeichnet, die sich durch eine außerordentlich hohe Lebenserwartung auszeichnen. Zudem sind die Senioren hier häufig auch gesünder und selbstständiger in ihrem täglichen Leben, als Gleichaltrige in anderen Gegenden. Eine davon ist, die bereits erwähnte Insel Okinawa, wo unter anderem das Konzept des Ikigai eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Warum finde ich es so wichtig? Vor allem in meiner Zeit als Physiotherapeut habe ich viele ältere Menschen kennengelernt. Einige topfit und wiederum andere waren in verhältnismäßig jungen Jahren bereits deutlich stärker körperlich gealtert. Ich fand es schon damals interessant, zu überlegen, ob ich eine Gemeinsamkeit finden konnte. Was ich bei allen, auf die ich traf, als Gemeinsamkeit feststellte, habe ich damals noch als „sie hatten eine Aufgabe in ihrem Leben“ umschrieben. Das Buch über die Blue Zones kannte ich damals zwar schon, habe es aber (bis heute noch) nicht gelesen. Seit ich die Dokumentation gesehen habe, kenne ich aber zumindest einen Begriff, der diese Beobachtung beschreibt: Ikigai Ein weiteres Phänomen, was mir in Gesprächen mit Patienten immer wieder auffiel, war, dass viele mit Beginn der Rente zunächst in ein mentales Loch fielen, weil ihre alltägliche Beschäftigung wegfiel. Manche gaben auch an, dass viele körperliche Beschwerden sich erst nach Renteneintritt so richtig bemerkbar gemacht hatten. Die Arbeit, die bis dahin einen großen Teil des Lebens ausgemacht hatte und über die sich viele auch ein Stück weit identifizieren, war plötzlich weg und sie begannen sehr schnell „einzurosten“, sowohl körperlich als auch geistig. Anders war es bei denen, die mit Hobbys oder der Familie eine entsprechende Beschäftigung und Aufgabe hatten. Ein Teil der Patient war sogar auch beruflich noch eingebunden (hierauf gehe ich im Podcast etwas genauer ein), sei es durch Selbstständigkeit oder eine berufliche Nebentätigkeit. Interessant fand ich auch, dass diese Patienten sich eine gewisse Neugierde behalten hatten und nicht zu festgefahren waren in ihren Denkstrukturen. Und obwohl ich natürlich viele von diesen Patienten kennenlernte, weil sie sich von Verletzungen erholen mussten, war ihnen klar, warum sie wieder auf die Beine kommen wollten. Sie hatten ein konkretes Ziel, auf das sie hinarbeiteten. Sie waren dann auch oft deutlich schneller wieder auf den Beinen, als die, denen ein konkretes Ziel fehlte (egal ob jung oder alt). Warum schadet es, nicht darauf zu achten? Wie oben schon beschrieben, kann es sehr schwierig sein, wenn dieses Ikigai verloren geht, zum Beispiel durch den Renteneintritt. Alleine schon, weil Du dann nicht weißt, was Du mit Deinem Tag anfangen sollst und hierdurch sogar Stress entstehen kann. Es gibt neben dem Begriff des Burnouts auch das Gegenteil, den sogenannten Boreout. Auch wenn der Boreout (bis jetzt) noch nicht als Krankheit bzw. psychische Störung definiert wird, kann es hierdurch zu Beschwerden kommen. Stress ist auch das Stichwort, wenn Du einem Beruf nachgehst, der Dir eigentlich widerstrebt und so gar nichts mit Deinen Interessen und Werten zu tun hat. Alles in Dir bäumt sich auf und Deinen Körper zeigt Dir auch teils durch Krankheit bzw. körperliche Reaktionen, dass Du das eigentlich nicht möchtest. Er möchte zu einem gewissen Grad verhindern, dass Du Dir selbst schadest. Dieses Phänomen hatte ich tatsächlich bei einer meiner früheren Arbeitsstellen auch einmal. Mein damaliger Chef war im Reden und Patienten überzeugen durchaus nicht ungeschickt. Er nutzte hierfür allerdings einen Weg, der mir und meinen Prinzipien vollkommen widerstrebt. Er machte den Patienten Angst, was alles passieren könnte und schwatzte ihnen so immer wieder Selbstzahlerleistungen auf, die in meinen Augen unnötig waren. Hierbei arbeitete er leider auch nicht selten mit Nocebos, die Patienten davon überzeugen sollten, dass nur seine Therapie das richtige sei und andere Behandlungen ihnen schaden würden. Der Umgang

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