Osteopathie

Aufgrund des Hypes, den die Osteopathie in den letzten Jahren in Deutschland erfahren hat, möchte ich gerne kurz erklären, was Osteopathie bedeutet und was sie beinhaltet.

Die Osteopathie geht zurück auf den amerikanischen Landarzt Andrew Taylor Still, der 1892 die erste Schule für Osteopathie in Amerika gründete. Durchgeführt wurde eine osteopathische Untersuchung und Behandlung zu Beginn rein manuell, das heißt mit den Händen des Therapeuten. Zwar hat sich dies im Laufe der Zeit etwas gewandelt, allerdings spielt die gezielte Nutzung der Hände des Therapeuten nach wie vor eine bedeutende Rolle im Verlauf der osteopathischen Befundung als auch Behandlung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Osteopathie zum Bereich der Komplementär- bzw. Alternativmedizin. In den „Benchmarks for Training in Osteopathy“ von 2010 wird sie wie folgt definiert:

„Osteopathie bietet ein breites Spektrum an Zugängen zur Gesundheitserhaltung und dem Management von Krankheiten. Die Osteopathie fußt auf den folgenden Prinzipien für die Behandlungen von und den Umgang mit Patienten:

– der Körper ist eine dynamische Funktionseinheit, deren Gesundheitszustand beeinflusst wird durch Körper, Geist und Seele;

– der Körper besitzt Selbstregulationsmechanismen und heilt sich natürlicherweise selbst;

– Struktur und Funktion bedingen sich auf allen Ebenen des menschlichen Körpers.

Innerhalb dieser Grundstruktur wenden Osteopathen aktuelles medizinisches und wissenschaftliches Wissen bei der Behandlung von Patienten an. Osteopathen erkennen an, dass die klinischen Zeichen und Symptome des Patienten die Konsequenzen der Interaktion verschiedener physischer [körperlicher] und nichtphysischer Faktoren sind. Osteopathie legt einen besonderen Stellenwert auf die Wichtigkeit dieser dynamischen Wechselwirkungen und die Bedeutung des Patienten-Therapeuten-Verhältnisses. Es handelt sich um eine patientenzentrierte Form der medizinischen Versorgung und weniger um eine krankheitsbezogene.

Strukturelle Diagnose und manuelle Behandlung sind wesentliche Komponenten der Osteopathie. Osteopathic manipulative treatment [osteopathische Behandlungen] wurden entwickelt als Mittel, um die Selbstregulations- bzw. Selbstheilungsprozesse des Körpers zu aktivieren. Hierzu werden die Bereiche des Körpers angesprochen, die erhöhte Gewebsspannung, Stress oder Dysfunktionen aufweisen, welche die normalen neuronalen [nervlichen], vaskulären [Gefäß-versorgenden] und biomechanischen Mechanismen beeinflussen können.“

WHO, „Benchmarks for Training in Osteopathy“ 2010

Allen Interessierten an der Geschichte der Osteopathie möchte ich gerne folgenden Link des Jolandos Verlags empfehlen.

In Deutschland wird die Osteopathie als Heilkunde definiert, was bereits in diversen Gerichtsurteilen bestätigt wurde. Das heißt, sie darf rechtlich gesehen nur von Ärzten oder Heilpraktikern angewendet werden.

Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage ist es schwierig, konkrete Behandlungsbeispiele zu benennen, da diese als Heilversprechen ausgelegt werden könnten. Um mehr über die Anwendungsmöglichkeiten der Osteopathie zu erfahren, rufen Sie mich gerne an, sodass wir Ihre Fragen persönlich klären können.

Eine weitere Möglichkeit sich über die Osteopathie zu informieren bietet der Newsletter des hpO (Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie e.V.).

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