Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen können durch viele Ursachen ausgelöst werden

Die Worte chronische Schmerzen nutze ich nur sehr selten im Umgang mit meinen Patienten. Nicht weil ich es unwichtig finde, wie lange Schmerzen schon bestehen, sondern eher, weil die meisten Patienten das Wort chronisch leider viel zu oft falsch verstehen. An sich bedeutet chronische Schmerzen nur, dass die Schmerzen schon über einen gewissen Zeitraum bestehen, nicht mehr und nicht weniger. Es wird also nur rückblickend etwas beschrieben. Vielfach wird chronisch fälschlicherweise aber nur so verstanden, dass es sich um einen von jetzt an dauerhaften Zustand, unheilbaren Zustand handeln würde. Zwar gibt es Erkrankungen, bei denen das zutreffen mag, das Wort chronisch stellt aber keine Prognose für die Zukunft dar. Ab wann man davon spricht, dass es sich um chronische Schmerzen handelt und welche Konsequenzen sich daraus für die Therapie ergeben, das ist der Inhalt dieses Artikels. Definitionen Um die Verwirrung zu reduzieren, schauen wir uns zunächst mal ein paar Definitionen an, damit wir eine gemeinsame Basis haben, über die wir reden. Chronisch Der Begriff chronisch stammt vom altgriechischen Wort Chronos ab und bedeutet langsam, lange andauernd oder auch die Zeit.  In der Übersetzung finden sich dann auch bereits zwei wichtige Anteile der Definition von chronischen Erkrankungen. Zum einen entwickeln sie sich oft langsam und schleichend, teils auch ohne einen eindeutigen Ausgangspunkt. Zum anderen dauern sie einen langen Zeitraum an (1, 2). Eine eindeutige zeitliche Eingrenzung, ab wann Beschwerden als chronisch bezeichnet werden, gibt es für bestimmte Krankheitsbilder, wie zum Beispiel die chronische Bronchitits. Bei vielen Beschwerden spricht man ab einem Zeitraum von 3 bis 6 Monaten davon, dass diese chronisch geworden sind. Schmerzen Die Definitionen von Schmerzen haben wir uns an anderer Stelle bereits genauer angeschaut. Um einen kurzen Auszug meines Artikels zu zitieren, in dem ich mich auf die Definition der International Association for the Study of Pain (IASP) beziehe: „Schmerz wird laut IASP definiert, als eine unangenehme, sensorische und emotionale Erfahrung, die mit tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschäden einhergeht.“ Diese Definition gilt vor allem für akute Schmerzen und zeigt die wichtige Warnfunktion, die Schmerz einnimmt. Wenn es sich um chronische Schmerzen handelt, geht dieser warnende Mechanismus allerdings verloren (3), wie Du gleich sehen wirst. Chronische Schmerzen Chronische Schmerzen werden mittlerweile von diversen Fachleuten als eigenständige Krankheit definiert (4). Dieser Herausforderung kommt auch die Leitlinie nach, die sich eigens mit chronischen, nicht tumorbedingten, Schmerzen beschäftigt (3). Die Leitlinie spricht sich dafür aus, dass Schmerzen ab einer Dauer von mehr als 3 Monaten als chronische Schmerzen definiert werden sollten. Das heißt jetzt allerdings nicht, dass die Schmerzen dauerhaft da sein müssen. Bei chronischen Schmerzen ist es häufig ein Auf und Ab der Schmerzintensität und Schmerzausprägung (3). Wie zuvor schon erwähnt erfüllen chronische Schmerzen nicht mehr die nützliche Warnfunktion, die akute Schmerzen noch erfüllen können. Über die Entstehung ist man sich noch nicht gänzlich sicher und es gibt viele Theorien, wie diese entstehen können. Lerntheoretischer Ansatz Ein Erklärungsansatz fußt darauf, dass Patienten Schmerzen mit bestimmten Handlungen oder auch Situationen verknüpfen (3, 5), es findet also eine Art Konditionierung statt (6). Dies kann nicht nur durch negative Reize passieren, wie beispielsweise eine bestimmte Bewegung, die häufig Schmerzen auslöst (3, 6, 7), sondern es kann auch durch positive Reize dazu kommen, dass Schmerzen chronisch werden (3). In diesem Fall spricht man dann häufig vom sekundären Krankheitsgewinn. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Du durch Deine Schmerzen mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge von Deinem Umfeld erfährst (3). Das Schmerzgedächtnis Eng verknüpft mit dem lerntheoretischen Ansatz ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen häufig fällt, das Schmerzgedächtnis. Das heißt, es ist zu einer Veränderung auf neurophysiologischer Ebene (3) gekommen und bestimmte Neurone haben sich „zusammengeschaltet“ entsprechend dem Grundsatz „What fires together – wires together“ (7). Das klingt jetzt im ersten Moment vermutlich ziemlich kompliziert und bedrohlich. Ist es aber deutlich weniger, als Du denkst. Unsere Hirnstruktur verändert sich im Laufe des Lebens immer wieder, man spricht hier auch von Neuroplastizität. In jungen Jahren passiert das noch deutlich schneller, im Laufe des Lebens wird dieser Prozess dann etwas träger. Du kannst Dir das Entstehen der Verbindungen im Gehirn ein bisschen vorstellen wie Waldwege. Je häufiger ein bestimmter Weg gegangen wird, desto eher wird aus einem Trampelpfad, der zunächst kaum erkennbar ist, ein richtiger Weg, der sich auch aus der Distanz gut erkennen lässt. Wird dieser Weg aber länger nicht mehr genutzt, verwildert er im Laufe der Zeit wieder und ist irgendwann verschwunden. Das Thema haben wir uns übrigens auch schon einmal im Zusammenhang mit psychosomatischen Beschwerden angeschaut. Kognitiv-behavioraler Ansatz Hierbei wird die Bedeutung der gefühlten Hilflosigkeit gegenüber den Schmerzen als aufrechterhaltender Faktor von chronischen Schmerzen betont. Somit wird hierbei dem psychischen Anteil des bio-psycho-sozialen Modells Rechnung getragen (3). Was kannst Du tun? Wichtig ist erstmal, dass Dir die Diagnose chronische Schmerzen keine Angst macht, denn wie schon beschrieben heißt es lediglich, dass die Schmerzen über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten bestehen. Zwar wird es nicht unbedingt leichter, wenn chronische Schmerzen schon lange bestehen, diese loszuwerden, es ist grundsätzlich aber auch nach langer Schmerzdauer möglich. Die zuvor erwähnte Neuroplastizität kann nicht nur chronische Schmerzen mit bedingen, sondern auch helfen, diese wieder loszuwerden (5, 6, 7). Wenn Dich das Thema Neuroplastizität genauer interessiert, kann ich Dir die nebenstehende Arte Doku (8) wärmstens empfehlen. Hier geht es auch darum, welche therapeutischen Möglichkeiten es hier gibt. Die konkrete Behandlung ist häufig sehr individuell und häufig kann ein multimodaler Ansatz sinnvoll sein, das heißt mehrere Gesundheitsbereiche arbeiten Hand in Hand zusammen. Was aber immer die Basis darstellen sollte ist, dass Du körperlich aktiv wirst und Deine körperliche Aktivität steigerst. Hierbei ist es übrigens weniger relevant, welche Aktivität das ist, sondern eher, dass Du dieser regelmäßig nachgehst (3). Hier wirken dann mehrere Mechanismen, einer ist die Ausschüttung von Endorphinen (körpereigenen Morphinen), die direkt schmerzlindernd wirken. Weiterhin wird hierüber aber auch die gefühlte Hilflosigkeit reduziert, was auch Bestandteil der nächsten wichtigen Säule ist. Wichtig in der Behandlung chronischer Schmerzen ist, dass Du lernst, wie Du mit Deinen chronischen Schmerzen besser umgehen kannst. Das heißt, welche Dinge tun Dir gut, was kannst Du ohne Schmerzen

Berührung in der Behandlung oder wie wirkt Oxytocin

Oxytocin könnte einen Erklärungsansatz für manuelle Behandlungstechniken wie Osteopathie darstellen.

Auch wenn es in vielen meiner Blogbeiträge anders wirken kann, so denke ich dennoch, dass Berührung in Behandlungen eine unglaublich wichtige Rolle spielt und einen entscheidenden Teil des Behandlungserfolgs ausmacht. Diese Wirkung lässt sich vor allem durch das Hormon Oxytocin erklären, was in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Da ich Dir mit diesem Blog aber hauptsächlich vermitteln möchte, wie Du Kontrolle über Deine Gesundheit erlangst und diese nachhaltig verbessern kannst, liegt der Schwerpunkt der Artikel natürlich bei Möglichkeiten hierzu. Um allerdings auch dieses Thema nicht zu sehr zu vernachlässigen, schauen wir uns heute mal an, welche positiven Effekte Berührung haben kann. Zumal die Effekte nicht nur bei therapeutischen Interventionen zum Tragen kommen, sondern auch bei anderen Berührungen. Effekte von Berührung Berührung hat unglaublich viele Effekte. Wenn Du Dich mal erinnerst, wenn Du Dich als Kind verletzt hast und von Deinen Eltern in den Arm genommen, gestreichelt wurdest und über die verletzte Stelle darüber gepustet wurde. Wie schnell waren die Schmerzen dann weg? Man könnte jetzt meinen, dass hier der Placeboeffekt so wirkt, dass das Gehirn einfach abgelenkt wird. Es wird allerdings auch Oxytocin ausgeschüttet, durch die sanften Berührungen, was vermutlich eine viel wichtigere Rolle spielt. Die schmerzlindernden Effekte sind es auch, die ich in Behandlungen viel nutze, wenn auch anders, als Deine Eltern. Das Spannende ist hierbei, dass sowohl sanfte als auch schmerzhafte Techniken einen schmerzlindernden Effekt haben können (1, 2, 3). Es gibt aber noch viele weitere Effekte, die durch Berührung hervorgerufen werden können, wie zum Beispiel eine Steigerung des psychischen Wohlbefindens (1, 3), eine Stärkung des Immunsystems, eine Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz (1). Aber wie kommt es dazu? Warum ist Berührung so eine Wunderpille? Vieles in diesem Bereich ist ehrlicherweise noch nicht abschließend geklärt, aber diese Aussage ist im medizinischen Bereich ja keine Seltenheit. Das Hormon Oxytocin scheint für viele dieser positiven Effekte aber eine wichtige Rolle zu spielen. Das Kuschelhormon – Oxytocin Wie bei jedem Hormon, so hat auch Oxytocin viele Wirkungen im menschlichen Körper und wird auch zu den Glückshormonen gezählt. Medizinisch wird es vor allem in der Geburtshilfe genutzt, da es für das Auslösen der Wehen verantwortlich ist (4,5). In diesem Zusammenhang wurde es auch von seinem Entdecker Henry Dale 1906 zunächst beschrieben (4). Später könnte er eine weitere wichtige Funktion ausmachen, nämlich der Einfluss auf die Milchsekretion beim Stillen (4, 5). Uns interessieren aber an dieser Stelle ein paar andere Funktionen, die Oxytocin noch hat, die für die Behandlung relevant sind. Stresssenkung So scheint Oxytocin beispielsweise einen dämpfenden Effekt auf die HPA-Achse, auch Stressachse genannt, zu haben (4). Hierunter wird ein hormoneller Regelkreis verstanden, zwischen Hypothalamus (wichtige Steuerzentrale im Gehirn) Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) Nebennierenrinde (Produktionsort wichtiger Hormone, wie Cortisol) Hemmung Cortisol Das Stresshormon Cortisol erfüllt zwar viele wichtige Aufgaben im menschlichen Körper, vor allem auch in Notsituationen, allerdings kann es in der falschen Situation zu ungewünschten Effekten führen. So hat Cortisol zum Beispiel auch eine entzündungshemmende und auch eine immunsupprimierende Wirkung. Die Bedeutung von Entzündungen haben wir uns beim Thema Sportverletzungen und auch Narbenbildung schon angeschaut, von daher an dieser Stelle nur kurz: Sie ist essenziell für die Wundheilung. Wenn die Ausschüttung des entzündungshemmenden Cortisols verringert wird, kann eine Wundheilung auch wieder „normaler“ ablaufen. Ebenso ist es bei der Regulation des Immunsystems. Aus diesem Grund wundert es Dich jetzt auch vermutlich nicht mehr, dass Oxytocin auf die Wundheilung und auch das Immunsystem einen positiven Einfluss nehmen kann. (1, 4) Die Reduktion von Stress und Ängsten durch Oxytocin lässt sich auch über die verminderte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol erklären. Über den Einfluss auf die HPA Achse und somit auch das vegetative Nervensystem, lässt sich zudem erklären, wieso es den Blutdruck und auch die Herzfrequenz beruhigen kann. Schmerzstillende Wirkung Wenn Du schon einige Artikel von mir gelesen hast, dann wirst Du vermutlich schon erahnen, dass auch eine Reduktion von Stress den Schmerz bereits lindern kann. Da Schmerz ein Warnsignal ist, was uns vor Schäden bewahren soll, ist dieses Warnsignal in stressigen Situationen, in denen der Körper eine Schädigung vermutet, natürlich noch weiter hochgefahren. Wenn wir jetzt den Stress reduzieren, wird der Körper weniger mit einer Schädigung rechnen und das Alarmsystem dementsprechend herunterfahren. Die Konsequenz: Schmerz wird weniger intensiv wahrgenommen. Allerdings scheint Oxytocin auch eine direkte schmerzlindernde Funktion zu besitzen (3, 7). Nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle aber auch, dass zusätzlich Endorphine vom Körper durch sanfte Berührungen ausgeschüttet werden. Diese mächtigen körpereigenen Schmerzmittel haben wir uns in früheren Artikeln bereits angeschaut. Weitere Effekte Spannend finde ich zudem, dass Oxytocin auch einen Einfluss auf das Körpergewicht zu haben scheint, über eine gesteigerte Fettverbrennung (4). Zudem hat Oxytocin auch einen massiven Einfluss auf das Verhalten und scheint nach der Geburt einen Einfluss auf postpartale Depressionen (Wochenbettdepressionen) und auch die Bindung zwischen Mutter und neugeborenem Kind zu haben (4, 5). Aber auch in Beziehungen scheinen Gefühle wie Liebe, Vertrauen und Ruhe unter anderem durch Oxytocin gesteuert zu werden. (4) Spannend ist aber, dass es nicht nur unmittelbar positive Eigenschaften hat, sondern auch dazu führen kann, dass sich eine Gruppe von anderen deutlicher distanziert und abgrenzt. Wie kannst Du das Nutzen? Oxytocin wird vor allem bei angenehmen Berührungen ausgeschüttet, sodass auch verschiedene Formen von körperlicher Berührung mit Dir vertrauten und sympathischen Personen zu einer Ausschüttung und somit den zuvor besprochenen Wirkungen führen kann. Zum Beispiel Umarmungen oder auch beiläufige Berührungen, wie sie sich in einem vertrauten Gespräch ergeben können, sind hier Möglichkeiten. Besonders gut funktioniert natürlich Zeit mit dem Partner und sei es nur, wenn man auf der Couch kuschelt und einen Film schaut. Es gibt aber viel mehr Ausschüttungsmöglichkeiten für Glückshormone, zu denen Oxytocin auch gezählt wird, da es generell bei angenehmen Sinneswahrnehmungen ausgeschüttet wird, wie Essen, Gerüche, Klänge oder auch zum Beispiel beim Singen (4). In diesen positiven Momenten werden auch Endorphine ausgeschüttet, die wir uns oben schon angeschaut haben. Diese kannst Du, im Gegensatz zu Oxytocin, übrigens auch durch Sport nutzen, wo sie eine teils unglaubliche Wirkung entfalten. https://youtu.be/YxTJtzdwsgY Zum Podcast Quellen (1) https://www.quarks.de/gesundheit/darum-sind-beruehrungen-so-wichtig/ (Zugriff am 10.04.2024) (2) https://www.physiomeetsscience.net/warum-eine-schmerzhafte-behandlung-kurzzeitig-schmerzmodulierend-wirken-kann-nicht-das-gewebe-das-nervensystem-ist-wohl-entscheidend/ (Zugriff am 04.04.2024) (3) https://www.physiomeetsscience.net/die-positiven-effekte-von-beruehrung-in-der-therapie/ (Zugriff am

Was sind Triggerpunkte?

Beispiel für Triggerpunkte im M. sternocleidomastoideus

Triggerpunkte waren einer der ersten Behandlungsansätze, die meine Arbeit nachhaltig geprägt haben und auch heute behandle ich Triggerpunkte noch sehr häufig. Die Beschwerden, die hierüber ausgelöst werden können, sind sehr vielfältig und die Behandlung führt häufig zu einer schnellen Linderung der Symptome. Patienten sind in der Behandlung oft verwundert, wie weit Beschwerden von einem Punkt ausstrahlen können und welche Zusammenhänge bestehen können. Was Triggerpunkte eigentlich sind und mit welchen einfachen Maßnahmen Du diese zum Teil auch selbst behandeln kannst, das ist der Inhalt dieses Artikels. Definition Triggerpunkte Triggerpunkte wurden vor allem durch die beiden amerikanischen Ärzte David G. Simons und Janet G. Travell bekannt. Diese veröffentlichten 1983 ihr Buch: Myofascial Pain and Dysfunction. The Trigger Point Manual. (1,2). Beschrieben wurden Triggerpunkte allerdings schon deutlich früher, nämlich erstmals im 19. Jahrhundert. (3) Beschrieben werden Triggerpunkte oder genauer gesagt Myofasziale Triggerpunkte als „lokal begrenzte Muskelverhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen angeblich andauernde Schmerzen anderswo im Körper „ausgehen“ können.“ (4) Vereinfacht gesagt handelt es sich um Verspannungen, die vor allem auf Druck Schmerzen auslösen, die entweder direkt im Bereich der Verspannung oder aber weiter entfernt sein können. Allerdings liegt es bei Triggerpunkten nicht daran, dass Nerven komprimiert werden und so zu weiter entfernten Beschwerden führen, wie wir es uns beim Artikel zum Thema Karpaltunnelsyndrom angeschaut haben. Bis heute ist allerdings noch nicht abschließend geklärt, was genau Triggerpunkte eigentlich sind, also was im Gewebe exakt passiert. Auch über den genauen Entstehungsmechanismus ist man sich noch uneinig. Die aktuell häufigste Theorie besagt, dass es über verschiedene Mechanismen zu einem lokalen Mangel an ATP (die wichtigste Energieform im Körper) kommt und sich hierdurch die Muskelfasern (Aktin und Myosin) nicht mehr voneinander lösen können (5). Allerdings gibt es auch Theorien, die von systemischen bzw. entfernten Ursachen ausgehen (5). Meiner Erfahrung nach, lässt es sich auf wenige Gründe herunterbrechen, aus denen heraus ein Muskel verspannt, sodass sich auch Triggerpunkte bilden können. Überforderung: Der Muskel wird stärker belastet, als seine Belastbarkeit hergibt Schmerz: Wenn Schmerzen in einem Bereich auftreten, wird sich meist auch die Muskulatur in diesem Bereich verspannen, als eine Art Schutzspannung Mögliche Beschwerden Vermutlich am bekanntesten sind Kopfschmerzen bzw. Spannungskopfschmerzen, die durch eine zu verspannte Muskulatur auftreten können. Triggerpunkte im Bereich des Trapezmuskels (6) können zum Beispiel mit Kopfschmerzen im Bereich der Schläfe bzw. des Hinterkopfs in Verbindung stehen. Auch konnte in Studien nachgewiesen werden, dass die Symptome von Spannungskopfschmerzen durch den oberen Trapezmuskel und weitere Muskeln im Bereich der Halswirbelsäule und des Kopfes (suboccipitale Muskulatur, M. temporalis und M. sternocleidomastoideus) ausgelöst werden können (7). Die Hauptbeschwerden, die durch Triggerpunkte ausgelöst werden, sind normalerweise Schmerzen bzw. Bewegungseinschränkungen. Wo die Bewegungseinschränkungen oft durch ein mangelndes „Nachlassen“ des Muskels in die Dehnung noch sehr lokal erklärbar sind, so wird es spannender, wenn wir uns anschauen, wie weit entfernt manchmal die Schmerzen sein können. Bei zwei Muskeln, die zu den Außenrotatoren der Schulter gehören und auf dem Schulterblatt liegen (M. supraspinatus und M. infraspinatus) werden Ausstrahlungen bis in den Unterarm bzw. die Hand beschrieben (10). Teilweise werden aber auch Symptome wie Tinnitus beschrieben, die z.B. durch Triggerpunkte in der Kaumuskulatur (M. masseter) ausgelöst werden können (10). Persönlich habe ich solche Symptome aber eher bei Triggerpunkten im Bereich des oberen Trapezmuskels oder auch dem M. sternocleidomastoideus erlebt. Um hier einen Überblick zu erhalten, bietet es sich oft an, entweder mit einem erfahrenen Therapeuten darüber zu sprechen oder in entsprechenden Fachbüchern (10) sich Bilder der Ausstrahlungsgebiete anzuschauen. Empfehlen würde ich zum Beispiel diesen Taschenatlas, da Du Dir hier schnell einen Überblick verschaffen kannst. Behandlung Für die Behandlung gibt es mehrere Möglichkeiten und auch viele Tools für die Selbstbehandlung, wie Faszienrollen, Bälle oder auch speziellere Tools, wie sogenannte Triggerdinger (ja, die heißen wirklich so). Letztlich nutzen die verschiedenen Tools das Prinzip der ischämischen Kompression, die auch von Therapeuten sehr häufig genutzt wird in der Behandlung. Was vor allem bei den direkteren Behandlungstechniken manchmal passieren kann, dass der Muskel anfängt stark zu zucken. Auch wenn es von manchen als wichtiges Zeichen angesehen wird, so muss das nicht zwingend vorkommen, damit die Behandlung funktioniert. Wichtiger ist, dass der Schmerz, der Dich zur Behandlung gebracht hat, über den Triggerpunkt reproduziert werden kann. Durch einen Therapeuten Therapeuten können in der Behandlung ein paar mehr Möglichkeiten nutzen, als Patienten. Allerdings sind manche Behandlungsmöglichkeiten nur Heilpraktikern und manche sogar nur Ärzten vorbehalten. Ischämische Kompression Vermutlich die bekannteste Behandlungsform, wenn auch nicht unter diesem Namen. Vereinfacht gesagt, wird Druck auf den Triggerpunkt ausgeübt, um den Schmerz auf einem gewissen Level auszulösen und dann gewartet, bis der Schmerz nachlässt. Wichtig ist hierbei, dass der Schmerz nicht zu intensiv wird und Du Dich noch mehr verkrampfst. Aus diesem Grund gibst Du als Patient vor, welches Level für Dich gut aushaltbar ist und wann es Dir zu viel wird. Als Richtlinie gilt, dass Du das Gefühl hast, noch locker lassen zu können und das Gefühl hast, dass sich „etwas löst“. Manchmal findet sich auch die Beschreibung „Wohlschmerz“ hierzu, die viele (mich eingeschlossen) zwar etwas seltsam finden, die es im Kern aber sehr gut trifft. Ein Vorteil, den diese Methode bietet, ist, dass Du als Patient die Möglichkeit zur Kontrolle über die Schmerzintensität hast, was gerade bei chronischen Schmerzpatienten oft auch einen psychologischen Vorteil mit sich bringen kann. Denn Dein Schmerz wird für Dich kontrollierbar. Dry Needling Die erste Behandlungsmöglichkeit, die Heilpraktikern und Ärzten vorbehalten ist. Vereinfacht gesagt wird hierbei eine Akupunkturnadel in den Triggerpunkt gestochen und dort belassen, bis die Spannung bzw. der Schmerz nachlässt. Aus persönlicher Erfahrung heraus würde ich sagen, dass manchmal das Dry Needling und manchmal die ischämische Kompression besser funktioniert. Beide Methoden benutze ich regelmäßig in der Behandlung, ich kann Dir aber noch nicht wirklich sagen, in welchen Fällen welche Methode besser funktioniert. Aktuell nutze ich das Dry Needling vor allem bei hartnäckigeren Triggerpunkten, bei denen ich das Gefühl habe, mit der ischämischen Kompression nicht weiterzukommen. Diese Technik fällt natürlich bei Patienten mit Angst vor Nadeln raus. Ebenso würde ich diese Methode bei Patienten, die Blutverdünner nehmen, nicht anwenden. Infiltration Bei der Infiltration werden Medikamente in den

Schleudertrauma

Mit einer Halskrause wird das Schleudertrauma heute nicht mehr behandelt

Nachdem wir uns letzte Woche angeschaut haben, was das HWS Syndrom ist, widmen wir uns heute direkt einem weiteren Beschwerdebild der Halswirbelsäule, was allerdings etwas konkreter ist. Die Rede ist vom Schleudertrauma. Auch beim Schleudertrauma gibt es, ähnlich wie beim HWS Syndrom, viele Missverständnisse und Mythen. Da auch die entsprechende Leitlinie (1) die Bedeutung der Edukation (Aufklärung) betont. Möchte auch ich Dir hiermit weiterhelfen. Wir schauen uns zum einen an, was das Schleudertrauma eigentlich genau ist und was im Körper passiert. Zudem erfährst Du, was mögliche Behandlungsansätze sind und warum so viele Missverständnisse entstehen. Definition Der vermutlich bekannteste Auslöser für ein Schleudertrauma dürften vermutlich Auffahrunfälle sein. Aber was passiert eigentlich bei den Unfällen, dass im Nachhinein Beschwerden auftreten? Um zu verstehen, was das Schleudertrauma eigentlich ist, schauen wir uns zunächst mal die englische Bezeichnung für dieses Beschwerdebild an, denn hier steckt schon eine gute Beschreibung drin: whiplash associated disorder (WAD) oder auch whiplash injury. Wichtig scheint also vor allem das Wort whiplash zu sein, was auf Deutsch unter anderem Peitschenhieb bedeutet. Über diese Übersetzung lässt sich auch bereits gut erkennen, welcher Mechanismus die Beschwerden auslöst. Die schnelle vor und zurück Bewegung der Halswirbelsäule (ähnlich einem Peitschenhieb), zu der es unter anderem bei Auffahrunfällen kommen kann, wird allgemein als Auslöser definiert. Was allerdings nicht ganz so klar ist, welche Strukturen die Beschwerden nachher auslösen. Man geht davon aus, dass die Facettengelenke (kleine seitliche Gelenke an der Wirbelsäule) die Schmerzen auslösen (2). Ein weiterer möglicher Auslöser der Beschwerden, der diskutiert wird, sind entzündlich-reparative Gewebeschädigungen (1). In der Bildgebung sind meistens aber keine Verletzungen erkennbar, sodass diese meist keine große Bedeutung in der Diagnostik des Schleudertraumas haben dürfte (1,2). Dies stellt auch schonmal eine gute Nachricht dar, denn es muss strukturell nichts heilen und die früher beliebte Halskrause, wird heutzutage nur noch in seltenen Fällen empfohlen (1). Aber hierzu kommen wir bei der Therapie noch einmal. Viele Patienten erreichen innerhalb von 32 Tagen eine Beschwerdefreiheit, wenn die Schwere der Symptome zwischen Grad I bis III auf der Skala der Québec Task Force (QTF) sind. Die Skala findest Du übrigens weiter unten zum Nachlesen. Ungefähr 12 % der Patienten sind nach 6 Monaten noch nicht beschwerdefrei (1). Da es auch Untersuchungen gibt, die zeigen, dass Beschwerden auftreten können, wenn ein „Placebounfall“ stattfand (3), ist die Frage, inwieweit eine strukturelle Beschädigung wirklich der Auslöser der Beschwerden ist oder ob nicht das biopsychosoziale Modell hier bessere Erklärungsansätze liefern kann. Als Gründe für eine Chronifizierung werden beispielsweise Rechtsstreitigkeiten, Psychosen bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen vermutet. (4) Symptome Was ich bei den Symptomen des Schleudertraumas immer spannend finde, dass diese oft nicht unmittelbar eintreten, sondern innerhalb eines Zeitraums von einigen Stunden bis Tagen betragen kann. (5) Wenn Du schonmal ein Schleudertrauma hattest oder zumindest das Beschwerdebild etwas kennst, dann sind die folgenden Symptome vermutlich nichts Neues für Dich, denn es sind die typischen Symptome (5): Nackenschmerzen Steifheitsgefühl im Nacken Kopfschmerzen Schwindel Zusätzlich kann es aber auch zu folgenden Beschwerden kommen(5): Schluckstörungen Schlafstörungen Seh- und Hörstörungen, teilweise auch Tinnitus Hypästhesien (verminderte Sensibilität) oder Parästhesien (unangenehme Empfindungen, wie starkes Kribbeln) im Gesicht oder der oberen Extremität Selten kommt es zu stärkeren, neurologischen Beschwerden, wie Vigilanzstörung (reduzierte Aufnahmefähigkeit), Desorientiertheit oder Gangunsicherheit (5). Welche Symptome auftreten, muss übrigens nicht unbedingt mit der Schwere des Unfalls zusammenhängen (3). Einteilung Schweregrade Schleudertrauma Zur Unterscheidung der Schwere wird unter anderem die sogenannte Québec Task Force (QTF) genutzt. Hier werden vier Schweregrade unterschieden, die Du in der nebenstehenden Tabelle ablesen kannst. (5) Es gibt aber auch eine erweitere Stadieneinteilung, die etwas differenzierter ist und zudem auch die schwerstmögliche Folge eines Verkehrsunfall (den Tod) beinhaltet (1). Auch diese Tabelle habe ich Dir als Bild beigefügt. Therapie Je nachdem, wie aktuell Dein Wissensstand zum Thema Schleudertrauma ist, gibt es hier eine kleine Überraschung für Dich. Früher gab es für fast jeden Patienten nach einem Verkehrsunfall eine Halskrause. Man ging damals auch unter anderem davon aus, dass Bänder im Bereich der Halswirbelsäule verletzt seien und wollte durch die Ruhigstellung bessere Heilungsbedingungen schaffen. Leider hat man im Laufe der Zeit gemerkt, dass es über die Halskrause eher zu chronischen Verläufen kam, vor allem wenn diese besonders lange getragen wurde. Mittlerweile ist der Standard, Patienten möglichst früh wieder in die Aktivität zu verhelfen (1). Hierzu ist es natürlich wichtig, dass vorher ausgeschlossen wurde, dass in der Untersuchung nach dem Unfall ausgeschlossen wurde, dass ernsthafte Verletzungen vorliegen, wozu Bildgebung je nach Unfallhergang sinnvoll sein kann. Ob dann eher Krafttraining oder sogenanntes sensomotorisches Training wichtiger ist, ist von Deinem individuellen Fall abhängig und sollte in Absprache mit Deinem Therapeuten entschieden werden (4). Da man mittlerweile vielfach davon ausgeht, dass psychische Faktoren eine Rolle bei der Chronifizierung spielen (1, 2, 3, 4, 6), sollten diese möglichst früh behandelt werden, wenn Hinweise darauf vorliegen. In diesem Zusammenhang empfiehlt die Leitlinie auch, dass eventuelle Rechtsstreitigkeiten möglichst früh beigelegt werden sollten und Patienten möglichst früh wieder ihrem Beruf nachgehen sollten (1,2). Auch ein Ansatz, bei dem zusätzlich ein besserer Umgang mit Stress trainiert wird, durch eine Kombi aus Achtsamkeits- und Entspannungsübungen zeigte bei chronischen Schleudertraumapatienten eine signifikante Besserung der Beschwerden (6). Schmerzmittel können im individuellen Fall auch sinnvoll sein, sollten aber auf jeden Fall mit Deinem Behandler abgesprochen werden, denn sie bringen nicht nur Vorteile mit sich. Da auch die Psyche und Stress wichtige Ansatzpunkte in der Behandlung darstellen, können sich je nach Patient auch osteopathische Behandlungen anbieten. Da hier auch sehr sanft gearbeitet werden kann, ist es dieser Ansatz meiner Erfahrung nach, vor allem bei nervösen oder auch ängstlichen Patienten sinnvoll. Man kann sich hier gemeinsam an Bewegungen herantasten und auch an einem vegetativen Ausgleich arbeiten. Fazit Das Schleudertrauma ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht nur körperliche Ursachen alleine zu Beschwerden führen können. Wichtig ist bei jedem Patienten individuell zu prüfen, wo die Ursache liegt und die Behandlung auch entsprechend zu gestalten. Auch zeigt es sehr schön, wie sich das Verständnis von Krankheitsbildern ändert und somit auch die Behandlung. Das, was früher der Standard war (Halskrause) wird heute nur noch in seltenen Fällen genutzt. Wichtig für Dich als Patient ist aber auch zu wissen, dass

HWS Syndrom – ist das schlimm?

Das HWS Syndrom kann zwar kurzfristig quälend sein, ist langfristig aber oft weniger schlimm, als Du denkst

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich kein großer Freund von Syndromen als Diagnose bin? Auch wenn viele Patienten das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie mit einem Syndrom eine genaue Diagnose ihrer Probleme hätten, so ist das nicht der Fall. Das HWS Syndrom bildet hier keine Ausnahme. An sich ist das HWS Syndrom nämlich ein Sammelbegriff für verschiedener Diagnosen, die von der Halswirbelsäule ausgehen oder die Halswirbelsäule betreffen. In diesem Artikel kannst Du erfahren, was die „Diagnose“ HWS Syndrom eigentlich bedeutet, welche Symptome auftreten können und was das für die Behandlung bedeutet. Zudem erfährst Du, was mein Problem mit Syndromen ist und auch, warum ich diese und ähnliche Diagnosen trotzdem selbst häufig nutze. Was ist eine Diagnose? Das Wort Diagnose kommt vom griechischen Wort diágnosis, was auf Deutsch soviel heißt wie Unterscheidung oder Entscheidung. Sie stellt das Ergebnis der Feststellung einer Krankheit dar. (1,2) Die Diagnose bildet somit den Abschluss bzw. das Ergebnis der Untersuchung und führt uns zu einer entsprechenden Behandlung der Problematik. Je genauer die Diagnose gestellt werden kann, desto konkreter lässt sich auch eine Behandlung planen. (1,2) Wenn Du jetzt überlegst, wie schnell oft eine Diagnose gestellt wird, wenn Du beim Hausarzt oder auch Orthopäden bist, was denkst Du, wie genau kann diese Diagnose sein? Als kleine Zusatzinfo für diese Überlegung: Im Durchschnitt verbringen Patienten in Deutschland ca. 7,6 Minuten beim Allgemeinmediziner. (3) Überleg einfach mal kurz, was Du in 7 Minuten erledigen kannst. Denkst Du, es ist realistisch, Dir in dieser Zeit ein Problem schildern zu lassen, eine Untersuchung durchzuführen und dem Patienten zu erklären, was sein Problem ist und welche Behandlung dementsprechend die richtige ist? Ich persönlich halte das in vielen Fällen für sportlich und brauche deutlich länger. Selbst in den USA liegt die durchschnittliche Zeit beim Allgemeinmediziner übrigens bei 21,1 Minuten (3) und das obwohl (vielleicht auch gerade weil) dieses Gesundheitssystem oft als weniger sozial als unseres beschrieben wird. Was ist das HWS Syndrom? Das HWS Syndrom ist, wie viele Syndrome, eine Sammelbezeichnung für Beschwerden. In diesem Falle von Beschwerden, die die die Halswirbelsäule betreffen oder die von der Halswirbelsäule ausgehen. Hierbei kann es sich um orthopädische oder auch neurologische Symptome handeln. (4) Eigentlich ist es üblich, dass die Diagnose HWS Syndrom als Ausschlussdiagnose genutzt wird, wenn keine größeren Schäden, wie ein Bandscheibenvorfall oder andere konkrete Diagnosen vorliegen. Da es allerdings keine exakte Definition gibt, ist es per se eine schlau klingende Beschreibung von Beschwerden, die von der Halswirbelsäule ausgehen oder diese betreffen. In manchen Fällen kann es auch eine Verlegenheitsdiagnose sein, weil man nichts Konkretes gefunden hat, was die Beschwerden auslöst, die Ursache aber im Bereich der Halswirbelsäule zu liegen scheint. Was kann alles eine Ursache sein? Wenn wir uns mal auf DocCheck (ähnlich Wikipedia für den Medizinbereich) anschauen, welche Ursachen aufgeführt werden, für ein HWS Syndrom (4), dann finden wir hier eigentlich fast alles von harmlosen bis hin zu zeitnah behandlungsbedürftigen Gründen. Kursiv geschrieben findest Du meine Ergänzungen: Degenerative Veränderungen der HWS (Spondylose, Osteophyten) Schleudertrauma (HWS-Distorsion) Funktionelle Verspannung der Nackenmuskulatur Zervikaler Bandscheibenvorfall (selten) Tumoren Wirbelsäulenoperationen Facettensyndrom (ausgelöst durch die kleinen seitlichen Gelenke der Wirbelsäule) Segmentale Dysfunktionen („Blockierung“) Osteochondrose (diverse Verschleißerscheinungen) Ich persönlich würde aber auch Gründe wie Stress hier mit aufnehmen. Denn gerade bei Stress kommt es zu einer veränderten Schmerzwahrnehmung und vermehrten Verspannungen im Nackenbereich. Auch Unfälle oder Überlastung können eine Rolle spielen. Welche Symptome können beim HWS Syndrom auftreten? Auch hier haben wir eine riesige Palette, wenn wir uns das ganze auf DocCheck anschauen (4): Hals- bzw. Nackenschmerzen, häufig mit Ausstrahlung in den Arm Myogelosen (Verspannungen in der Muskulatur) Schwindel Kopfschmerzen Parästhesien, Hypästhesien (Kribbeln, Taubheitsgefühl) Sehstörungen Ohrgeräusche Allerdings verwundert das auch nicht sonderlich, denn es handelt sich wie schon beschrieben um einen Sammelbegriff für alles, was von der Halswirbelsäule an Beschwerden ausgehen kann. In den meisten Fällen sind meiner Erfahrung nach aber Hals- bzw. Nackenbeschwerden das vorliegende Problem. Theoretisch würde sich diese Liste übrigens noch erweitern lassen, da die meisten Nerven vom Gehirn ausgehend durch den Spinalkanal der Wirbelsäule ziehen. So ist es möglich, dass auch Probleme im Bereich der Halswirbelsäule die Ursache für weiter unten auftretende Probleme darstellen können. Das kommt allerdings eher selten vor und spätestens in solchen Fällen würde man das ganze auch meistens nicht mehr als HWS Syndrom diagnostizieren. Um es mal kurz ganz extrem zu machen, ein Genickbruch und die daraus resultierenden Folgen könnte man auch als HWS Syndrom bezeichnen. Denkst Du aber, dass das jemand machen würde? Wie wird das HWS Syndrom behandelt? Die Frage lässt sich an dieser Stelle nicht pauschal beantworten, denn es kommt immer auf die genaue Ursache an. Ist ein Schleudertrauma und eine daraus entstehende Abschwächung der Muskulatur Auslöser eines Schwindels? Dann sollte hauptsächlich die entsprechende Muskulatur gekräftigt werden. Ist Stress der primäre Auslöser für Schmerzen und Verspannungen? Dann solltest Du an Deinem Stresslevel arbeiten. Ein Bandscheibenvorfall sollte wiederum anders behandelt werden, als eine Irritation des Nerven durch Veränderungen im Bereich der Fazettengelenke oder auch Symptome die nach einem Karpaltunnelsyndroms aussehen, aber durch etwas anderes im Bereich der Halswirbelsäule verursacht werden. Für die Schmerzen und Verspannungen können erfahrungsgemäß manualtherapeutische oder osteopathische Techniken einen Ansatz darstellen und die Beschwerden lindern. Für Nervenbeschwerden können häufig auch Nervenmobilisationen, sogenannte Slider hilfreich sein. Dies sollte aber immer mit dem Behandler abgesprochen werden. Du siehst, die Behandlung des HWS Syndroms ist vor allem abhängig von Deinen konkreten Beschwerden. Da es sich meistens um eher harmlose Ursachen handelt, lassen diese sich auch meistens gut behandeln. Welche Probleme können durch solche Diagnosen entstehen? Wenn das jetzt aber nur ein schwammiger Begriff ist, der mehr oder weniger eine Ausschlussdiagnose darstellt, wieso habe ich dann ein Problem damit? Wenn Du nach dem ICD Code, der auch für das HWS Syndrom verwendet wird, suchst (M54.2) dann wirst Du unter anderem auf Seiten landen, wie gesund.bund.de (eine Seite des Bundesministeriums für Gesundheit), die unter diesem Code nur die Zervikalneuralgie aufführen. Bei der Zervikalneuralgie entstehen die Beschwerden über eine Reizung der Nerven. Sobald Patienten hören, dass es um Nerven und mögliche Schädigungen geht, wird das Alarmsystem meist hochgefahren und die Schmerzsensibilität steigt. Das Resultat kann dann eine Steigerung der Schmerzen sein. Hierzu gibt es

Was bist Du bereit zu ändern?

Was bist Du bereit zu verändern? Es ist nicht immer einfach.

Am letzten Wochenende kam in einer Fortbildung, die ich momentan mache, ein spannendes Thema auf: „Wie bereit sind Menschen etwas zu ändern, um ihre Probleme loszuwerden?“ Das mag erstmal total banal klingen und Du wirst vermutlich sagen: „Wenn ich Schmerzen oder andere starke Beschwerden habe, tue ich doch alles, um diese loszuwerden!“ Aber ist das wirklich so? Heutzutage ist es vermutlich einfacher als zu jeder anderen Zeit, einem ungesunden Lebensstil nachzugehen. An jeder Ecke sind Lebensmittel verfügbar, die hoch verarbeitet sind, eine unglaublich hohe Energiedichte bei einer gleichzeitig geringen Nährstoffdichte haben. Wir müssen uns immer weniger bewegen und Stress mit verschiedenen Folgeerkrankungen ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird in vielen Kreisen der Gesellschaft als Teil der hochgelobten „Hustle Culture“ so gefeiert, dass Erkrankungen wie ein Burnout schon fast zum guten Ton gehören. Vielleicht wird hier schon langsam für Dich erkennbar, warum es nicht immer ganz so einfach ist, Deinen Lebensstil zu ändern, um etwas für Deine Gesundheit zu tun. Aber auch wenn es jetzt scheint, dass das Problem eines unserer heutigen Zeit sei, das Problem scheint schon älter zu sein. Wir schauen uns heute gemeinsam an, warum so viele Krankheiten mit dem Lebensstil zusammenhängen und was Möglichkeiten sind, etwas dagegen zu tun. Hippokrates oder warum das Problem schon länger bekannt ist Es gibt ein schönes Zitat von Hippokrates, das zeigt, dass uns einige Hinweise liefert, dass das Problem eines ungesunden Lebensstils nicht nur unsere Zeit betrifft, sondern schon älter ist: „Bevor du jemanden heilst, frage ihn, ob er bereit ist aufzugeben, was ihn krank macht.“ Hippokrates von Kos wurde im Jahr 460 v. Chr. geboren und gilt als „Vater der (modernen) Medizin“. (1) Auch er scheint schon bei Patienten gesehen zu haben, dass der Lebensstil für einige Erkrankungen verantwortlich ist. Aber wie kommt es, dass das Problem die letzten Jahrzehnte eher schlimmer geworden ist, als dass es besser wurde? Zumindest wenn wir uns Zahlen anschauen, bzgl. psychischer Erkrankungen (2), Adipositas (3) oder gerade auch die Zahlen auf den Listen der vermeidbaren Todesfälle (4). Gerade auch in Deutschland ist es spannend, den wir haben international mit die höchsten Ausgaben für Gesundheit (5). Irgendetwas scheint also trotz des immer fortschrittlicheren Wissens in der Medizin nicht mitzukommen und das scheint der Lebensstil zu sein. Aber wie kommt das und welche Erkrankungen ließen sich denn über den Lebensstil positiv beeinflussen oder sogar heilen? Welche Erkrankungen hängen vom Lebensstil ab? Kurz gesagt, lassen sich vermutlich fast alle Erkrankungen zumindest positiv beeinflussen und sei es „nur“ dadurch, dass über eine positive Grundhaltung der Placebo-Effekt getriggert wird. Die Liste der Erkrankungen, die sich unmittelbar durch den Lebensstil beeinflussen lassen, ist nichtsdestotrotz zu lang, um sie komplett in diesem Artikel zu behandeln. Aus diesem Grund schauen wir uns ein paar der wichtigsten einmal gemeinsam an. Adipositas Letzten Endes läuft es immer auf eine einfache Rechnung hinaus. Es werden mehr Kalorien zugeführt als verbrannt werden. Aber wenn es immer nur diese einfache Rechnung ist, warum wächst die Zahl der Menschen mit Adipositas immer weiter und sie wird als multifaktorielle Erkrankung bezeichnet. Es scheint also doch ein paar mehr Faktoren zu geben, die dazu führen. Ein Punkt ist mit Sicherheit, dass viele Menschen viel zu viele hoch verarbeitete Lebensmittel konsumieren, die zudem eine extrem hohe Energiedichte bei gleichzeitig sehr geringer Nährstoffdichte besitzen. Wenn Du viel davon konsumierst, merkt Dein Körper, dass ihm wichtige Nährstoffe fehlen und er will immer mehr. Zudem ist unser Gehirn nicht immer nur clever, sondern teilweise auch etwas dumm. Okay, man könnte auch sagen nicht angepasst, an die heutige Zeit. Viel Energie war in früheren Zeiten, als noch starke körperliche Belastungen unseren Alltag bestimmten, unglaublich wichtig und solche energiedichten Lebensmittel hätten damals einiges mit Sicherheit vereinfacht. Heutzutage, wo Bewegung bei vielen aber immer weniger wird, führen sie leider schnell ins Übergewicht. Ein weiterer Punkt, der beim Thema Essen niemals vernachlässigt werden sollte ist, dass Essen nicht nur Nahrung für den Körper darstellt. Essen löst in uns positive Gefühle aus. Wenn es Dir psychisch nicht gut geht, was ist ein einfacher Weg, um kurzfristig eine paar Glücksgefühle auszulösen? Für viele ist es das Essen. Wenn ich diesen Menschen jetzt einfach sage: „Iss einfach weniger, dann nimmst Du schon ab.“ Denkst Du, das wird funktionieren? Man sollte immer auch hinterfragen, was den Mensch dazu bringt, so zuzunehmen. Bei manchen würde es reichen, ihnen einfach mal zu erklären, was es für gesunde Alternativen gibt. Bei manchen Patienten muss man weiter ausholen, um herauszufinden, was sie mit dem Essen zu kompensieren versuchen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen Hier können wir auch direkt anknüpfen, denn Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen bedauerlicherweise oft Hand in Hand einher. Die Gründe für zu viel bzw. ungünstiges Essen haben wir uns oben bereits angeschaut. Aber auch zum Beispiel Rauchen oder Bluthochdruck spielen hier eine große Rolle. (6) Es gibt aber einen weiteren Faktor, der auch bei Übergewicht hineinspielt und auf der auf viele der anderen Gründe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch zum Beispiel Diabetes Typ II einen großen Einfluss nehmen kann. Zu Übergewicht führt ein Missverhältnis aus aufgenommenen Kalorien und verbrannten Kalorien. Und genau dieses Verbrennen von Kalorien, also Bewegung, spielt auch eine massive Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zwar würde ich nicht so weit gehen und der Aussage „sitzen ist das neue Rauchen“ zustimmen, vor allem da Rauchen immer eine gänzlich selbstbestimmte Entscheidung ist, dennoch sind die Schäden, die Bewegungsmangel mit sich bringt immens. Wenn wir uns mal anschauen, was die Empfehlungen der WHO sind, wie viel Du Dich pro Woche bewegen solltest, nämlich 150-300 Minuten mit moderater körperlicher Anstrengung oder 75-150 Minuten mit hoher körperlicher Anstrengung plus 2 Mal pro Woche Krafttraining, das alle großen Muskelgruppen abdeckt (als Erwachsener). Für Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren ist die Empfehlung übrigens noch höher. Hier empfiehlt die WHO im Durchschnitt pro Tag 60 Minuten körperliche Betätigung und zudem 3 Mal pro Woche Krafttraining. Wenn wir uns jetzt mal überlegen, dass für viele Kinder der Schulsport die einzige sportliche Betätigung darstellt und Du überlegst, wie viel Zeit hierfür wirklich genutzt wird, müssen wir uns absolut nicht wundern. Die WHO schätzt übrigens,

Was kannst Du tun beim Läuferknie?

Seitliche Schmerzen am Knie, die vor allem durch Laufen oder Radfahren auftreten, können Hinweise auf ein Läuferknie sein.

Ehrlicherweise tue ich mich mit Diagnosen wie Läuferknie bzw. Runners Knee immer etwas schwer. Mir persönlich fehlt bei dieser Form der Diagnose eine genaue Definition und somit auch ein entsprechender Behandlungsansatz.  Wenn wir uns den Wikipedia Artikel zum Thema Läuferknie anschauen, wird es mit der Verwirrung nicht besser. Hier heißt es: „Während im anglo-amerikanischen Sprachraum zwischen dem Runner’s Knee (Chondromalacia patellae) und dem Iliotibial Band Syndrome unterschieden wird, werden beide im deutschen Sprachraum als „Läuferknie“ bezeichnet.“ Das heißt, wenn Du englische Artikel zu dem Thema durchliest, solltest Du auch hierauf achten. In diesem Artikel beziehe ich mich auf Beschwerden, die durch das Iliotibial Band (tractus iliotibialis) im Bereich des Knies ausgelöst werden und was Du tun kannst, um diese Beschwerden wieder loszuwerden. Definition des Läuferknies Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die Definition des Runners Knee nicht ganz eindeutig. Wenn wir in den angloamerikanischen Sprachraum schauen, finden wir hier 2 verschiedene Beschwerdebilder, die unter einem Begriff zusammengefasst werden. Der Begriff Läuferknie ist hier zum Glück etwas eindeutiger. Beim Läuferknie (auch Iliotibialbandsyndrom genannt) handelt es sich um Schmerzen, die im Bereich des äußeren Knies (genauer laterale Femurcondyle) auftreten, vor allem beim Laufen bzw. bei ca. 30° Beugung in der Standbeinphase (2). Dieser Bereich ist häufig auch druckschmerzhaft und es kann auch zu Schwellungen im Rahmen eines Entzündungsprozesses in diesem Bereich kommen, die vor allem durch starke Belastungen auftreten. Vor allem Laufen, aber auch Radfahren (3) und andere Sportarten mit zyklischen (wiederkehrende) Bewegungen der unteren Extremität wie zum Beispiel Rudern (4) gelten als Risikosportarten für diese Überlastungsverletzung. Bei Frauen scheinen auch Fußball, Basketball und Feldhockey Sportarten zu sein, die mit einem erhöhten Risiko einhergehen (4). Anatomie Wenn Du mit einer Fazienrolle schon einmal Deine seitlichen Oberschenkel bearbeitet hast, wirst Du vermutlich einen sehr schmerzhaften Bereich bemerkt haben. Meistens ist das der tractus iliotibialis. Hierbei handelt es sich um eine Aponeurose (bindegewebige Ansatzfläche) vor allem für den M. gluteus maximus und den M. tensor fasciae latae (2). Der tractus iliotibialis verläuft vom Becken bis zum Schienbein (tibia) und ist vor allem für die Stabilisierung des Beins während des Gangs und auch für die Stabilisierung des Knies wichtig (5). Der tractus iliotibialis wird auch als eine „Verstärkung der Oberschenkelfaszie (Fascia lata)“ (6) dargestellt. In einem anderen Artikel haben wir uns schon einmal angesehen, wie stark diese Faszie ist und wie viel Kraft es benötigt, diese auch nur minimal zu verformen. Zur Erinnerung, es sind 460 kg. Ursachen Der genaue Mechanismus, durch den es zur Überlastung und auch den Schmerzen im Bereich des äußeren Knies kommt, ist nicht eindeutig geklärt und wird noch stark diskutiert. Längere Zeit wurde eine Reibung zwischen dem tractus iliotibialis und einem Knochenvorsprung am Knie (lateraler epicondylus) als Ursache des Läuferknies vermutet. Dieser wird mittlerweile aber als eher unwahrscheinlich angesehen. (2) Ein möglicher Entstehungsweg ist über eine zu starke Kompression und somit Reizung von Strukturen, die unter dem tractus iliotibialis liegen. Diese könnte über eine erhöhte Spannung des tractus iliotibialis erklärt werden, die vor allem bei gebeugtem Knie auftritt. (2) Als Risikofaktoren gelten erhöhter Laufumfang (vor allem, wenn dieser schnell gesteigert wurde), Bergläufe, ein starker Plattfuß, mangelnde Kraftausdauer der Hüftmuskulatur und „X-Bein Stellung“ vor allem ermüdungsbedingt (4). Auch die Lauftechnik scheint einen Einfluss zu haben. So gibt es Hinweise, dass bei Läuferinnen mit Läuferknie eine geringe Spurbreite (Schrittbreite), eine verstärkte Adduktion (zur Längsachse heranführen) der Hüfte und eine verstärkte Innenrotation von Knie und Hüfte auftritt. Man ist sich hierbei allerdings noch nicht sicher, ob es Auslöser oder Folge des Läuferknies ist. (2) Therapie Die erste Phase der Therapie orientiert sich mehr oder weniger an der Standardbehandlung von Sportverletzungen. Da es teilweise zu einer Entzündung durch die Überlastung kommen kann, kann es manchmal Sinn machen Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (Ibuprofen und Co) zu nutzen. Dies würde ich aber immer im Einzelfall mit dem Behandler besprechen. Persönlich würde ich diese aber so gut es geht vermeiden. Wichtig ist es zu Beginn erstmal Ruhe hereinzubringen und die Belastung deutlich zu reduzieren.  In Abhängigkeit von den Schmerzen werden Übungen zur Kräftigung der Gesäßmuskulatur in Abduktion, Außenrotation und auch Extension (Streckung) durchgeführt. Beispiele zur Kräftigung der Gesäßmuskulatur in die Abduktion und Extension findest Du nebenstehend. Bei der Kräftigung ist es sinnvoll, vor allem die Kraftausdauer und weniger die Maximalkraft zu trainieren. (2-5) Hilfreich ist es auch hierbei darauf zu achten, dass das Becken stabil gehalten werden kann, vor allem auch bei den Übungen zur Abduktion. Beim Gehen bzw. später auch joggen, bietet es sich an, auch hier auf diese Stabilität zu achten und ein Trendelenburg-Zeichen zu minimieren. Massagen, manuelle Behandlungstechniken wie Osteopathie oder auch Tools wie Faszienrollen können zudem helfen, den Schmerz zu reduzieren. Hierbei macht es Sinn nicht nur den tractus iliotibialis zu behandeln, sondern auch die Muskeln, die am tractus ansetzen, wie der M. gluteus maximus und der M. tensor fasciae latae. Dehnübungen können hier einen weiteren Ansatz darstellen. (2) Auch das Verändern der Lauftechnik kann helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Vor allem das Erhöhen der Lauffrequenz und der Spurbreite sind hier erfolgversprechend. (2 & 5).  Eine Behandlung bzw. Training des Plattfußes kann einen weiteren Ansatz darstellen. (4) Fazit Das Läuferknie ist ein schönes Beispiel für Schmerzen, die nicht nach dem Dawos-Prinzip („da wo es wehtut“) behandelt werden sollten. Viele der Methoden, die Du findest, um das Läuferknie zu behandeln, wie Faszienrollen oder auch Dehnen können helfen, den Schmerz kurzfristig zu lindern. Mittel- bis langfristig ist es aber wichtiger, zunächst die Belastung anzupassen und die Muskeln im Bereich der Hüfte durch ein Kraftausdauertraining zu trainieren. Ein Anpassen der Lauftechnik ist eine weitere sinnvolle Möglichkeit, die Beschwerden zu verbessern. Wichtig ist in der Behandlung Geduld zu haben und die Belastung Stück für Stück zu steigern, ohne es zu übertreiben. https://youtu.be/PT5S5ybM65E Zum Podcast Quellen (1) https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4uferknie (Zugriff am 05.03.2024) (2) https://www.physiomeetsscience.net/konservative-behandlung-des-iliotibialbandsyndroms-werden-die-richtigen-ziele-verfolgt/ (Zugriff am 05.03.2024) (3) https://www.physiomeetsscience.net/behandlung-des-tractus-syndroms-was-wenn-der-tractus-gar-nicht-steif-und-das-gegenteil-der-fall-ist/ (Zugriff am 06.03.2024) (4) https://www.physiomeetsscience.net/iliotibial-band-syndrom-eine-umfassende-uebersicht/ (Zugriff am 06.03.2024) (5) https://www.physiomeetsscience.net/das-iliotibialband-eine-komplexe-struktur-mit-vielseitigen-funktionen/ (Zugriff am 06.03.2024) (6) https://flexikon.doccheck.com/de/Tractus_iliotibialis (Zugriff am 06.03.2024) Disclaimer Im Text befinden sich sogenannte Affiliate-Links zu Amazon. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für Dich kommt es hierbei zu keinen Mehrkosten, es unterstützt mich aber in meiner Arbeit. Etienne RiesWie Du vielleicht schon mitbekommen hast, ist mein Name Etienne

3 Möglichkeiten für Training bei Verletzung

Es gibt sinnvollere Möglichkeiten für ein Training bei Verletzung

Verletzungen nerven und bei Sportverletzungen ist in der Akutphase sowieso erstmal Ruhe angesagt. Vor allem für Sportler, aber auch für „normale“ Patienten macht es vor allem auch für die Psyche Sinn früh mit dem Sport wieder einzusteigen. Eine weitere Befürchtung, die viele Sportler haben, ist der Kraft- bzw. Muskelverlust bei einer längeren Pause. Wie Du ein Training bei Verletzung gestalten kannst, um den Kraftverlust möglichst gering zu halten und weitere positive Effekte des Trainings zu nutzen, schauen wir uns in diesem Artikel gemeinsam an. Positive Effekte von Training Training hat viele positive Effekte und wird auch gerne als die einzig wahre Wunderpille (1) beschrieben. Bei fast allen Krankheiten hat es auf mindestens einen Teilaspekt einen positiven Effekt. Zudem gibt es auch einige Effekte, die Training bei Verletzung sinnvoll machen. Schmerzlindernde Wirkung Vielfach werden Schmerzen viele Patienten vom Training bei Verletzung abhalten. Das ist auch gut, damit die betroffene Struktur Ruhe bekommt, allerdings kann Training auch direkt schmerzlindernd wirken. Welche Optionen Dir zur Verfügung stehen, dass schauen wir uns später noch an. Durch Training werden unter anderem Endocannabinoide (2) ausgeschüttet, Du musst also nicht erst warten, bis Cannabis in Deutschland legal wird oder Dir ein Rezept für medizinisches Cannabis besorgen, sondern kannst auch zur Hantel greifen. Des Weiteren werden Endorphine (körpereigene Morphine) durch Training ausgeschüttet, eine weitere stark schmerzlindernde körpereigene Substanz. Diese haben wir uns in einem anderen Artikel bereits angeschaut. Psychische Effekte Verletzungen nagen früher oder später häufig auch an der Psyche. Das Vertrauen in die Fähigkeiten des Körpers kann nachlassen und alleine der Bewegungsmangel kann die Stimmung dämpfen. Training sorgt dafür, dass Du erkennst, wozu Dein Körper imstande ist. Welche Leistungen er vollbringen kann und was trotz einer Verletzung möglich ist. Zudem können uns die bereits erwähnten Endorphine für ein positives Gefühl sorgen und somit auch die Laune heben. Körperliche Effekte Verschiedene Interleukine (Botenstoffe des Immunsystems), die beim Training ausgeschüttet werden, haben beispielsweise einen positiven Einfluss auf das Muskelwachstum (wundert vermutlich jetzt eher weniger), aber auch auf die Heilung von Muskelverletzungen und auf Entzündungen. Entzündungshemmend wirkt zudem auch das Unterdrücken von TNF-α, einem weiteren Botenstoff des Immunsystems. (3) Die zuvor erwähnten Endocannabinoide und Endorphine kannst Du nicht nur zu den schmerzlindernden Effekten bzw. psychischen Effekten zählen, sondern es sind auch körperliche Effekte. Vor allem Endocannabinoiden wird auch eine enzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. (2) Training bei Verletzung Wie schon geschrieben ist es wichtig, dass verletzte Strukturen erstmal Pause kriegen. Während der Entzündungsphase (normalerweise 2-10 Tage) würde ich im Normalfall wirklich Ruhe halten. Manchmal ist es auch möglich, mit lockerem Durchbewegen zu starten, das ist aber abhängig von der jeweiligen Verletzung und wie gut Du es schaffst, diese Bewegungen zu dosieren. Wenn Du von Dir weißt, dass Du zum Übertreiben neigst und nicht immer auf die Grenzen Deines Körpers hörst, dann würde ich vorsichtshalber gar nichts machen. Es gibt aber auch drei Möglichkeiten, wie Du ein Training bei Verletzung gestalten kannst, ohne dass Du die Heilung negativ beeinflusst, sondern ausschließlich positiv. Mentales Training Fangen wir mit der Methode an, die bei quasi jeder Verletzung funktioniert, solange Dein Kopf mitmacht. Für manch einen mag es irritierend wirken, aber ein rein mentales Training kann schon helfen den Kraftverlust zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und auch Ängste vor Wiederverletzung zu reduzieren. (4-8) Hierbei können sogar weniger Minuten pro Tag ausreichen. Das Ziel dabei ist, dass Du Dir vorstellst, den verletzten Bereich zu bewegen. Diese Vorstellung sollte so detailliert sein, wie möglich. Je besser die Vorstellung, desto höher der Trainingseffekt. Training der Gegenseite Ein weiterer nützlicher Effekt, der Dir helfen kann, ist der sogenannte Cross Education Effekt. Dieser Effekt ist schon sehr lange bekannt, er wurde 1894 erstmals beschrieben (9). Um diesen zu nutzen, trainierst Du nicht die betroffene Seite, sondern die Gegenseite. Ein Erklärungsansatz, warum dieser Effekt funktioniert ist, dass der Körper immer darauf bedacht ist, ein Gleichgewicht zu halten. Was genau dahinter der Effekt ist, ist aber letztlich egal, er funktioniert (9-11). Allerdings solltest Du hierbei nicht erwarten, dass Du hierüber einen massiven Muskelzuwachs erreichen wirst. Aber es wird auf jeden Fall zu einem geringeren Kraftverlust führen, ähnlich wie das mentale Training. Training umliegender Strukturen Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist es umliegende Strukturen in einem Training bei Verletzung vermehrt zu trainieren. Die meisten Bewegungen finden nicht isoliert in einem Gelenk statt, sondern in sogenannten Bewegungsketten. Da unser Körper ein Meister darin ist, Probleme zu kompensieren, macht es Sinn, die weiteren Glieder in der Kette zu trainieren. Auf diesem Weg hast Du nach dem Ausheilen der Verletzung auch weniger damit zu tun, alles wieder aufzubauen. Zudem ist es durchaus denkbar, dass die Botenstoffe des Körpers, die die Heilung verbessern, noch besser an den Ort des Geschehens gelangen. Alleine schon, weil die Durchblutung im entsprechenden Bereich durch das Training in der Nähe deutlich verbessert wird. Fazit Verletzte Strukturen brauchen zu Beginn vor allem Ruhe. Es macht aber auf jeden Fall Sinn, die oben genannte Wege für ein Training bei Verletzungen zu nutzen. Zum einen wird die Heilung verbessert, der Kraftverlust wird deutlich geringer ausfallen und auch Deine Psyche wird es Dir danken. Wenn Du Fragen hast, wie Du ein Training bei Verletzung umsetzen kannst, dann schreib mir gerne. Zum Podcast Quellen (1) https://www.physiomeetsscience.net/training-die-wahre-und-einzigartige-polypille/ (2) Vijay, A., Kouraki, A., Gohir, S., Turnbull, J., Kelly, A., Chapman, V., Barrett, D. A., Bulsiewicz, W. J., & Valdes, A. M. (2021). The anti-inflammatory effect of bacterial short chain fatty acids is partially mediated by endocannabinoids. Gut microbes, 13(1), 1997559. https://doi.org/10.1080/19490976.2021.1997559 (3) https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2017-03/sport-wirkt-entzuendungshemmend-so-funktionierts/ (4) Moukarzel, M., Di Rienzo, F., Lahoud, J. C., Hoyek, F., Collet, C., Guillot, A., & Hoyek, N. (2019). The therapeutic role of motor imagery during the acute phase after total knee arthroplasty: a pilot study. Disability and rehabilitation, 41(8), 926–933. https://doi.org/10.1080/09638288.2017.1419289 (5) Ranganathan, V. K., Siemionow, V., Liu, J. Z., Sahgal, V., & Yue, G. H. (2004). From mental power to muscle power–gaining strength by using the mind. Neuropsychologia, 42(7), 944–956. https://doi.org/10.1016/j.neuropsychologia.2003.11.018 (6) Driediger, M., Hall, C., & Callow, N. (2006). Imagery use by injured athletes: a qualitative analysis. Journal of sports sciences, 24(3), 261–271. https://doi.org/10.1080/02640410500128221 (7) Slimani, M., Tod, D., Chaabene, H., Miarka, B., & Chamari,

5 problematische Gedanken bei Schmerzen und was Du dagegen tun kannst

Gedanken bei Schmerzen, die Beschwerden verstärken und die Heilung bremsen können.

Vor kurzem bin ich über einen Artikel in der Ärztezeitung gestolpert, der mir mal wieder gezeigt hat, wie viel Einfluss unsere Gedanken auf unsere Gesundheit haben. Im Artikel ging es zwar nicht um Gedanken bei Schmerzen, sondern um den schädlichen Einfluss auf die Gesundheit und Lebensdauer bei Hypochondern. Es gibt allerdings auch auf den Verlauf von Schmerzen eine sehr starke Einflussmöglichkeit, über Deine Gedanken. Warum sind Gedanken so wichtig? Bereits in meinem letzten Artikel zum Thema Schmerztherapie habe ich erwähnt, dass man davon ausgeht, dass bis zu 70 % des Behandlungserfolgs bei Schmerzen auf dem Placeboeffekt beruhen. Das heißt Deine Psyche und Deine Gedanken bei Schmerzen haben einen extrem großen Einfluss darauf, wie Du die Schmerzen wahrnimmst und auch, ob und wie Du sie loswirst. Es macht also Sinn, sich auch mit diesem Punkt auseinander zu setzen, um die Behandlung möglichst effektiv zu gestalten. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass es wenig Sinn macht, negative Emotionen komplett zu unterdrücken. Bei Verletzungen zu fluchen, hat beispielsweise auch einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerzen. Wichtig scheint hierbei zu sein, dass Du auch wirklich fluchst und nicht irgendwelche Verniedlichungsformen wie Scheibenkleister oder ähnliches nutzt. (2) Die Bedeutung von Gedanken wird auch im Film Inception gut zum Ausdruck gebracht: „die kleinste Saat eines Gedanken kann wachsen. Er kann Dich aufbauen oder zerstören.“ (3). Gerade auch beim Thema Schmerzen trifft es dieses Zitat genauer, als Du vielleicht noch denkst. 5 negative Gedanken bei Schmerzen Meiner Erfahrung nach gibt es hauptsächlich 5 Gedanken bei Schmerzen, die einen starken Einfluss auf den Behandlungserfolg haben können. Diese mögen bei dem ein oder anderen eine andere Gewichtung haben und nicht jeder Schmerzpatient wird mit allen Gedanken konfrontiert. Wenn Dich diese Gedanken bei Schmerzen allerdings quälen und einen Behandlungserfolg verhindern, möchte ich mit Dir meine Ideen teilen, um mit diesen besser umgehen zu können. „Alles ist kaputt.“ Bei Dir wurde ein Röntgen oder MRT gemacht und der Arzt hat Dir gesagt, dass alles kaputt ist und Du deswegen Schmerzen hast? Der Gedanke setzt sich fest und diesen wieder loszuwerden kann manchmal viel Zeit in Anspruch nehmen. Um kurz den Film Inception (3) nochmal zu zitieren: „Ein Gedanke! Resistent, hochansteckend; wenn ein Gedanke einen Verstand erst einmal infiziert hat, ist es fast unmöglich, ihn zu entfernen.“ Ich bin aus diesem Grund auch nur eingeschränkt ein Freund von Bildgebung, wenn es sich nicht um akute Verletzungen handelt, bei denen eine Bildgebung auch einen Einfluss auf die Therapieentscheidung hat. Bei chronischen Beschwerden ist der Nutzen aber mehr als fraglich. Das Problem ist, dass Ergebnisse aus der bildgebenden Diagnostik nicht zwingend mit körperlichen Beschwerden zusammenhängen. Wenn aber mal der Gedanke festsitzt, dass Du einen Schmerz nicht loswirst, weil Du Arthrose, einen Bandscheibenvorfall oder was auch immer hast, wird es schwer, Dich vom Gegenteil zu überzeugen. Da ich dieses Thema schon in einem separaten Artikel behandelt habe, verweise ich an dieser Stelle hierauf. Das Ziel ist hier unnötige Bildgebung zu vermeiden. Wenn allerdings die Bildgebung schon erfolgt ist, solltest Du hinterfragen (evtl. mit Unterstützung eines Experten), wie der Befund zu Deinen Schmerzen passt oder auch nicht. „Keiner kann mir helfen“ Wer vermutest Du, ist der Experte, der sich mit Deinem Körper und Deinen Beschwerden am besten auskennt? Kleiner Tipp, Du schaust ihm oder ihr regelmäßig im Spiegel in die Augen. Ohne Dich funktioniert eine Behandlung nicht. Du spürst, was Dir guttut und was Dir nicht guttut. Vor allem bei chronischen Schmerzen bist Du also der wichtigste Experte, wenn es um Deine Beschwerden geht. Ein Therapeut kann Dir helfen, Deine Gedanken und Ideen in die richtige Richtung zu lenken. Er hat Übungen für Dich parat oder kann Dir erklären, welche Mechanismen in Deinem Körper ablaufen. Ohne Deine Mitarbeit und Dein Feedback wird er Dir allerdings nicht weiterhelfen können. Das Ziel ist hier selbst zum Experten zu werden und Deinen Behandler hierbei als Unterstützung zu sehen. Wenn Dein Behandler Dich nicht zu Wort kommen lässt, Deine Erfahrungen nicht ernst nimmt und berücksichtigt, dann würde ich wechseln. „Ich habe schon alles versucht.“, oder „Nichts hilft“ Ein Gedanke bei Schmerzen, der vor allem bei chronischen Schmerzen auftaucht, ist: „Ich habe schon alles versucht.“ Für Dich als Patient mag das in dieser Situation mit Sicherheit auch so wirken, weil Dir kein weiterer Behandlungsansatz einfällt, der Dir von Spezialisten empfohlen bzw. verkauft wurde. Bei vielen Patienten ist mir aber schon aufgefallen, dass sie viele hauptsächlich sehr spezielle Methoden getestet haben. Häufig haben sie sich aber nicht mit den Basics auseinandergesetzt. Der Grund? Sie verkaufen sich oft nicht so gut und z.B. den eigenen Lebensstil zu hinterfragen ist nicht immer angenehm. Stell Dir also mal in aller Ruhe die Frage, ob Du anhand dieser Basics Punkte in Deinem Leben findest, die einen Einfluss auf Deine Schmerzen haben und wenn ja, wie Du sie angehen kannst. Auch hier kann es Sinn machen, sich einen Experten mit an Bord zu holen, der Dich hierbei unterstützt. Das Ziel ist hier Dich selbst zu hinterfragen, welche Möglichkeiten noch offen sind und mittels eines Schmerztagebuchs herauszufinden, was Einfluss auf Deine Schmerzen hat. „Ich kann nichts mehr machen.“ Schmerzen können die Lebensqualität extrem einschränken, vor allem wenn Du Hobbys oder sozialen Interaktionen nicht mehr nachgehen kannst und ja, manchmal wird es schwierig, einen Weg drumherum zu finden. Bei Verletzungen wirst Du manchmal Hobbys, die Dir Spaß machen, für eine Zeit lang sein lassen müssen, wenn Du Deine Schmerzen loswerden willst. Bei einer Operation oder auch konkreten Verletzung lässt sich dieser Zeitraum ungefähr abschätzen, bei chronischen Schmerzen wird es dann herausfordernd. In dieser Zeit entdeckt man aber oft andere Dinge, die einen Ersatz darstellen können. Sei es eine andere Sportart oder ein neues Hobby. Das Ziel ist also Dich nicht auf das zu konzentrieren, was nicht klappt, sondern auf das, was Du noch alles machen kannst. „Alles tut weh“ oder „ich habe die Schmerzen immer.“ Gerade dieser Gedanke bei Schmerzen kann schnell dazu führen, dass wirklich mehr und mehr Bewegungen zu Schmerzen führen, da hier der Noceboeffekt zum Tragen kommen kann. In vielen Fällen

Empfehlungen

Es gibt verschiedene Materialien oder auch Nahrungsergänzungsmittel bzw. Nährstoffpräparate, die ich selbst immer wieder nutze oder auch Patienten empfehle, wenn sie nicht selbst recherchieren möchten. Dosierungen gebe ich hier bewusst keine an, da diese individuell sind und durch viele Faktoren beeinflusst werden. Um das ganze ein wenig zu vereinfachen, habe ich eine kleine Liste erstellt, die ich immer wieder aktualisieren werde. Wenn Du günstigere Lösungen findest oder andere Präferenzen hast, nutze natürlich gerne diese. Nährstoffe Algenöl – Die vegane Alternative zu Fischöl, wenn es um die Versorgung mit Omega 3 geht. Curcumin – Zur besseren Bioverfügbarkeit am besten in Kombi mit Piperin (schwarzem Pfefferextrakt) oder als BCM-95® (mit essenziellen Ölen) bzw. Meriva® (mit Soja Lecithin) Vitamin C – hier reicht eigentlich auch reine Ascorbinsäure in Pulverform vom Discounter. Vitamin-B-Komplex – je nach Situation kann es auch Sinn machen, mit den einzelnen B-Vitaminen im Speziellen zu arbeiten. Fischöl – Es gibt viele verschiedene Anbieter. Ich persönlich finde dieses auch geschmacklich empfehlenswert. Oft ist bei längerfristger Nutzung auch der Sparpack günstiger. Hier würde ich regelmäßig vergleichen. Magnesium – Es gibt verschiedene Unterformen von Magnesium. Laut Datenlage wird Magnesiumcitrat vom Körper allerdings am besten aufgenommen. Goetterspeise – viele Nährstoffe werden hier in sinnvollen Kombinationen zusammengestellt. Chris Eikelmeier ist selbst erfahrener Therapeut und lässt seine Expertise und die aktuelle wissenschaftliche Datenlage in die Erstellung mit einfließen. Nahrungsergänzungsmittel Ashwagandha – Gibt es auch in Pulverform im Drogeriemarkt. Ich würde aber Kapseln empfehlen, da ich das Pulver geschmacklich grenzwertig finde. KSM-66 ist die Extraktform, die am häufigsten in Studien verwendet wurde. Theanin – Kommt auch in Tees (z.B. grünem Tee) vor. Bitterstoffe – Da die Verdauung unter anderem über den Geschmack angeregt und beeinflusst wird, würde ich Tropfen bevorzugen. Wenn Dir der Geschmack nicht taugt, dann gibt es aber auch Kapseln. Die Wirkung kann aber unterschiedlich sein. Über den Link bzw. den Code OSTEO_RIES erhältst Du 10 % auf Deine Bestellung bei Bitterliebe. Andere Materialien Kinesiotape – Für viele Dinge nutze ich günstiges Tape aus der Drogerie. Wenn die Haut mal allergisch reagieren sollte, kann eine andere Farbe mal sinnvoll sein, oft ist es dann der Farbstoff. Cross-Tapes – Hier bietet es sich meist an, die kleinste Pflastergröße zu nutzen. Die großen braucht man zu selten. Gibt es, ähnlich wie Kinesiotape, auch manchmal im Discounter im Angebot Tape-Schere – Klar, die normale Küchenschere kann’s auch tun. Aber glaub mir, eine vernünftige Schere erspart Dir hier viel Frust. Sockenschuhe – Da ich beim Krafttraining hauptsächlich Freihantelübungen mache, wie Kniebeuge und Kreuzheben, im Fitnessstudio aber nicht mit barfuß herumlaufen will bzw. darf, nutze ich eine Art Sockenschuhe. Bücher DIAGNOSE SPORTUNFÄHIG? KANN UNS MAL! – Geniales Buch zum Thema Verletzungen und auch deren Behandlungen. Ich habe schon lange kein so detailliertes Buch gelesen, das sich dennoch so gut lesen lässt. Sowohl für Patienten, als auch Therapeuten empfehlenswert. Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben – Buch zu den drei benannten Übungen. Bietet sowohl für Anfänger, als auch Fortgeschrittene viele Infos zur Technik, möglichen Fehlern und auch Wege an den Fehlern zu arbeiten. Alexander Pürzel ist selbst seit erfahrener Kraftdreikämpfer und auch Trainer in diesem Bereich. Bei den Links zu Amazon (fett geschriebene Links) handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für Dich kommt es hierbei zu keinen Mehrkosten, es unterstützt mich aber in meiner Arbeit. Etienne RiesWie Du vielleicht schon mitbekommen hast, ist mein Name Etienne Ries. Ich bin Heilpraktiker, Osteopath und Physiotherapeut und schon von klein auf vom menschlichen Körper fasziniert. Nachdem ich mehrere Jahre als angestellter Physiotherapeut gearbeitet habe, habe ich mir 2021 den Traum der eigenen Praxis erfüllt und habe mich hier auf die Arbeit mit Schmerzpatienten und Sportlern spezialisiert. Wie Du im Blog merken wirst, sind das aber nicht meine ausschließlichen Behandlungsfelder. Zur Terminbuchung kommst Du übrigens bequem hier. Diese Faszination versuche ich sowohl in meiner Arbeit an meine Patienten weiterzugeben, als auch mittels des Blogs und anderer Social Media Formate, wie YouTube… Wenn Du immer auf dem Laufenden bleiben willst, kannst Du Dich auch gerne zu meinem wöchentlichen E-Mail Newsletter anmelden. osteo-ries.de

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